1. Hohe Anzahl psychischer Erkrankungen

Psychische Gesundheit hat in jüngster Zeit von den Medien und der Politik viel Aufmerksamkeit erfahren. Und zu recht. Denn die gesetzlichen Krankenkassen vermelden seit Jahren einen starken Anstieg an psychisch erkrankten Mitgliedern. Auch die Dauer der Arbeitsunfähigkeit habe bei psychischen Erkrankungen zugenommen: mit 22,5 Tagen je Fall sorgen psychische Erkrankungen für mehr als doppelt so lange Ausfallzeiten wie anderen Erkrankungen (bspw. AOK Fehlzeiten-Report, 2012). In der derzeit wohl umfassendsten Datenquelle zu diesem Thema, dem “Stressreport Deutschland 2012″ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz (BAUA, 2013), wird gezeigt, dass sich viele Merkmale arbeitsbedingter psychischer Belastung auf hohem Niveau eingependelt haben. 2012 waren in Deutschland psychische Störungen für mehr als 53 Millionen Krankheitstage verantwortlich. Im Schnitt erkrankt jeder 3. Mensch einmal im Leben an einer psychischen Erkrankung. Es kann jeden treffen. Auch wenn arbeitsbedingte Belastungen natürlich nicht die alleinige Ursache für die Zunahme von psychischen Erkrankungen sind, ist es bei dieser Inzidenz für Unternehmen wichtig, psychische Belastung noch stärker als bisher als wesentliche Dimension im Arbeits- und Gesundheitsschutz anzuerkennen.

2. Mitarbeiter sind die wertvollste Ressource

Psychische Gesundheit hat in jüngster Zeit von den Medien und der Politik viel Aufmerksamkeit erfahren. Und zu recht. Denn die gesetzlichen Krankenkassen vermelden seit Jahren einen starken Anstieg an psychisch erkrankten Mitgliedern. Auch die Dauer der Arbeitsunfähigkeit habe bei psychischen Erkrankungen zugenommen: mit 22,5 Tagen je Fall sorgen psychische Erkrankungen für mehr als doppelt so lange Ausfallzeiten wie anderen Erkrankungen (bspw. AOK Fehlzeiten-Report, 2012). In der derzeit wohl umfassendsten Datenquelle zu diesem Thema, dem “Stressreport Deutschland 2012″ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz (BAUA, 2013), wird gezeigt, dass sich viele Merkmale arbeitsbedingter psychischer Belastung auf hohem Niveau eingependelt haben. 2012 waren in Deutschland psychische Störungen für mehr als 53 Millionen Krankheitstage verantwortlich. Im Schnitt erkrankt jeder 3. Mensch einmal im Leben an einer psychischen Erkrankung. Es kann jeden treffen. Auch wenn arbeitsbedingte Belastungen natürlich nicht die alleinige Ursache für die Zunahme von psychischen Erkrankungen sind, ist es bei dieser Inzidenz für Unternehmen wichtig, psychische Belastung noch stärker als bisher als wesentliche Dimension im Arbeits- und Gesundheitsschutz anzuerkennen.

3. Psychische Erkrankungen verursachen hohe Kosten

Aufgrund erhöhter Ausfallzeiten, Leiharbeit und Fluktuation entstehen hohe betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Kosten. Nach einer Schätzung des Fehlzeitenreports (2009) betrugen die Kosten von psychischen Erkrankungen im Jahr 2006 in Deutschland 26,7 Milliarden Euro. Dies waren 3,3 Milliarden Euro mehr als noch in 2002. Auch kam es durch psychische Erkrankungen im Jahr 2006 zu einem Verlust von 638.000 Erwerbstätigkeitsjahren – 19.000 Erwerbstätigkeitsjahre mehr als noch in 2002. Studien zeigen vermehrt, dass die hohen Kosten aufgrund von Fehlzeiten, auch Absentismus genannt, nur die Spitze des Kosten-Eisbergs darstellen. Auch Präsentismus, die Kehrseite der Gesundheitsmünze, ist für Unternehmen teuer. Wenn Mitarbeiter trotz einer Erkrankung zur Arbeit gehen, entstehen Produktivitätsverluste: durch gehäufte Fehler, angesteckte Kollegen und verschleppte Krankheiten. Präsentismus ist kein Randphänomen, sondern tritt mindestens ebenso häufig auf wie Absentismus. Eine Studie aus Schweden (Virtanen et al., 2005) konnte einen Zusammenhang von Präsentismus mit einer erhöhten Langzeitarbeitsunfähigkeit (d.h. mehr als 30 Tage pro Jahr) zwei und drei Jahre später nachweisen. Und eine dänische Untersuchung (Hansen & Andersen, 2009) zeigte auf, dass Beschäftigte, die mehr als sechs Mal im Befragungsjahr krank zur Arbeit gegangen waren, ein um 53 Prozent erhöhtes Risiko für eine Arbeitsunfähigkeit von zwei Wochen und ein um 74 Prozent erhöhtes Risiko für eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als zwei Monaten haben (im Vergleich mit Beschäftigten, die einmal oder keinmal trotz Erkrankung arbeiteten).

4. Es ist gesetzlich vorgeschrieben

Mit dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) hat der Gesetzgeber den Arbeitgebern die Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung aufgegeben. Bislang wurden psychische Belastungen jedoch nicht explizit im Gesetzestext der ArbSchG erwähnt, was sowohl bei Betrieben als auch bei Aufsichtspersonen zu Verunsicherung geführt hat, welche Pflichten der Arbeitgeber diesbezüglich hat und wann diese erfüllt sind. Vor diesem Hintergrund hat das Bundeskabinett Ende 2012 einen Entwurf zur Änderung des ArbSchG beschlossen, mit dem klargestellt werden soll, dass sich auch aus psychischen Belastungen bei der Arbeit eine im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu erfassende Gesundheitsgefährdung ergeben kann.

Auch wenn sich damit gegenüber der bisherigen Rechtslage nichts ändert, weil dies auch bislang schon so gesehen wurde, ist davon auszugehen, dass die Erfassung psychischer Belastungen bei der Arbeit im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung künftig eine verstärkte Aufmerksamkeit erfahren wird. Politik und Aufsichtsbehörden widmen der Frage der psychischen Gesundheit zunehmende Aufmerksamkeit. So hat sich die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) – eine gesetzlich verankerte, auf Dauer angelegte konzertierte Aktion von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern zur Stärkung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz – kürzlich das Arbeitsschutzziel gesetzt, die Gefährdungsbeurteilung durch die Aufsichtspersonen der Unfallversicherungsträger und der Länder auch hinsichtlich der psychischen Belastung in den Unternehmen zu überprüfen. Sie hat hierfür u. a. die Leitlinie „Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation“ und die Leitlinie „Beratung und Überwachung bei psychischer Belastung am Arbeitsplatz“ erarbeitet, die sich an die Verantwortlichen in den Aufsichtsbehörden wendet. Insofern sind verstärkte Maßnahmen der Aufsichtsbehörden zu erwarten.